Freiheitszug

11.9.2021 In den Nachrichten von Österreich, Deutschland, Tschechien stehen die Anschläge - durch Flugzeugentführungen im Mittelpunkt. "Die Terroranschläge am 11. September 2001 (kurz 11. September oder englisch 9/11 [nʌɪn ɪˈlɛvn̩]) waren vier koordinierte Flugzeugentführungen mit nachfolgenden Selbstmordattentaten auf symbolträchtige zivile und militärische Gebäude in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Anschläge wurden vom islamistischen Terrornetzwerk Al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant und von 19 seiner Mitglieder verübt, darunter 15 Staatsangehörige Saudi-Arabiens. Die Attentate vom 11. September 2001 forderten fast 3000 Todesopfer und werden mitunter als Zäsur in der Geschichte der Auseinandersetzung zwischen der westlichen und der arabischen Welt gedeutet" Wikipedia. Ich arbeitete damals im Grandhotel Bohemia und wir hatten für den Abend des 11.9.2001 eine Veranstaltung, ich war dankbar, dass es bei uns zuhause kein TV-Gerät gab, dass die Bilder der einstürzenden Gebäude wieder und wieder zeigte.

In Afghanistan, nach Abzug der ausländischen Truppen, regieren wieder die Taliban. In Tschechien und in Deutschland wird  im Herbst eine neue Regierung gewählt. Die vierte Covid-19 Welle rollt an. Im Sommer füllten die Auswirkungen von Starkregen, Hochwasser, Stürmen, Windhosen die Schlagzeigen.

Die Autorin Maria Hammerich-Maier veröffentlicht nach jahrelangen Recherchen online die von ihr zusammengetragenen Fakten über den Freiheitszug: "Als Freiheitszug (tschechisch: Vlak svobody) ging der Personenzug 3717 der Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) in die Geschichte ein. Mit diesem Zug durchbrachen am 9. September 1951 tschechoslowakische Eisenbahner und Regimegegner mit ihren Familien die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland." Wikipedia

"Freiheit" ich horche in mich hinein, welchen Stellenwert hat sie jetzt in meinem Leben. Fliegen? Ich habe es mir abgewöhnt, aus mehreren Gründen: den rigorosen Sicherheitskontrollen und wegen des Klimas. Es war der Sohn, der mich vor zwanzig Jahren bewegte auf die Bahn umzusteigen. Im ersten Covid-Sommer 2020 verkehrten bis 15. Juni keine internationalen Züge, in diesem Sommer bin ich per Bahn nach Österreich, innerhalb von Tschechien verreist. In Deutschland streikten im Sommer 2021 die Lokführer, also wurden Orte in Deutschland von der Reiseliste gestrichen. An das Tragen einer FFP2 Maske in geschlossenen Räumen, auch während 10 Stunden langer Bahnfahrten habe ich mich gewöhnt. Der freiwillige Verzicht auf Besuche in Restaurants, von Konzerten fällt mir nicht schwer - denn die Rente hat mir freie Zeit geschenkt, das Budget ist auf das - was in Österreich - als Armutsgrenze bezeichnet wird, geschrumpft. Solange ich gehen, fotografieren, lesen kann bin ich zufrieden. Verglichen vor zwanzig Jahren haben sich die Kosten der Kommunikation gesenkt und ich kann jeden zweiten Tag mit der 82jährigen Mama in Österreich telefonieren. Ich wurde in diesem Sommer 64 und in Österreich kann ich Öffis-Tickets zum Seniorenpreis (38% ermäßigt) erwerben. Bei Familienmitgliedern und Freunden kann ich einige Nächte kostenlos übernachten, es bedarf der Planung, die ich gerne mache. Die selbstgezogenen Blumen auf dem Balkon sind meine Augenweide, speziell an trüben Tagen. In den Regalen stehen noch jede Menge ungelesener Bücher und ich habe gelernt, frische Mahlzeiten zuzubereiten, im Garten wachsen viele Kräuter. Es wandelt sich alles im Leben, ganz nah und überall in der Welt. 


Prag, 11. September 2021, Augnerin