Balkonien 2026

Jänner
Fastend hineingegangen ins Jahr 2026. Die in den Himmel hinaufgeschossenen Kracher lassen mich intensiver an die Menschen in der Ukraine denken. Mir ist nicht zum Feiern zumute. Am Neujahrsmorgen ziehe ich mich warm an und wandere entlang der Gartenstadt in das immer kleiner werdende Naturschutzgebiet. Neubauten werden hochgezogen, einst freie Wege sind jetzt abgesperrt. Den Kopf freibekommen, den Körper durch die inwendig verankerte Energie spüren. Schrittweise von den Haar- bis in die Zehenspitzen. Der dementen Mutter beiseite stehen, so gut es mir möglich ist. Vertraute Menschen besuchen, einen Reiseplan erstellen, der deren und meine Befindlichkeit einbezieht. Für zwei Wochen den Rucksack so packen, dass ich ihn auch für einen längeren Fußweg tragen kann. In der zweiten Woche fällt Schnee, dann Regen. Die Wege sind vereist: Wesentlich werden!
