Gesichtet
Wesentlich werden heißt: genauer werden mit sich selbst.

Milena Findeis spricht über ihren Lebens- und Arbeitsweg, der nicht durch Verzicht, sondern durch Klärung geprägt ist.

Wir sprechen über das Loslassen von Ansprüchen. Über die leise, aber anspruchsvolle Praxis, dem Wesentlichen im eigenen Leben näherzukommen. Armin Jäger
Leselink: Buddha-in-business
2026
Einen stillen Weg gefunden, um 2025 hinauszubegleiten. Die Blicke zoomen von der Erde hinauf zum Horizont. Entdecken Vergessenes und Weggeworfenes.
Beim Anschauen der leeren Böllerschachteln morgens am 1.1.2026 steigen die Bilder auf, die sich nächtens vorm Fenster abzeichneten.
Ein vom Wind verwehter Hut erinnert an den Sommer, den vergangenen, den kommenden.
Der Teich ist zugefroren. Kinder packen ihre Schlittschuhe aus und laufen übers Eis. Die Farben der Landschaft wenden sich Pieter Brueghel zu. Einen freundlichen Augenblick sollen weitere folgen.
Ein Wipp Pferd aus Holz lässt die Gedanken nach Japan schwenken.
Inmitten der Bäume hängt ein aus Weide geflochtenes Herz, es macht das Pochen des eigenen spürbar.
Ein vom Wind umgefegtes Zweirad sendet Alarmsignale, die bald wieder verstummen.
Zwei Nadelbäume vor den Mülltonnen sprechen vom Vergänglichsein, lehren mich augenblicklich zu sein.
Prager Gartenstadt, 1. Jänner 2026, Milena Findeis
Flocke: Wasser, Spiegel und Reflex
(Konferenz in Permanenz Debatten)
von Martin Krusche
Ich höre sehr gerne zu, wenn versierte Menschen Fragen ihres Metiers diskutieren, sich über unterschiedliche Auffassungen und Übereinstimmungen verständigen. Da war zum Beispiel dieser Gedanke: "Ich muß ein Bild im Kopf haben, sonst kann ich kein Bild machen."Das bedeutet? Richard Mayr sagte: "Andere machen Fotos. Ich mache Bilder." Im Laufe des Gesprächs erwähnte er: "In meiner Familie war Fotografie immer da. Es hat mir das nur niemand erklärt." Dieser Zusammenhang ist beispielsweise durch einen Stapel alter Glasnegative aus dem Haus Mayr belegt. Und irgendwann bekam er einen Fotoapparat geschenkt.
Bei Milena Findeis war es auch ein Geschenk mit Konsequenzen. Allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Sie hatte dem Magazin "trend" Texte geliefert. Der leitende Redakteur meinte, sie solle sich auch an der Fotografie versuchen und schickte dieser Empfehlung eine Kamera hinterher.
Ich stehe übrigens ebenfalls in den Folgen so einer Geschichte, hab es bloß mit meinen Kompetenzen nicht so weit gebracht wie die beiden. Mein Vater ist ein passionierter Hobbyfotograf gewesen. Als er auf eine Spiegelreflexkamera umstieg, überließ er mir seine handliche Kodak Retina. Da war ich noch ein Volksschüler.
