Gesichtet
Prosit, 2026
Einen stillen Weg gefunden, um 2025 hinauszubegleiten. Die Blicke zoomen von der Erde hinauf zum Horizont. Entdecken Vergessenes und Weggeworfenes.
Beim Anschauen der leeren Böllerschachteln morgens am 1.1.2026 steigen die Bilder auf, die sich nächtens vorm Fenster abzeichneten.
Ein vom Wind verwehter Hut erinnert an den Sommer, den vergangenen, den kommenden.
Der Teich ist zugefroren. Kinder packen ihre Schlittschuhe aus und laufen übers Eis. Die Farben der Landschaft wenden sich Pieter Bruegel zu. Einen freundlichen Augenblick sollen weitere folgen.
Ein Wipp Pferd aus Holz lässt die Gedanken nach Japan schwenken.
Inmitten der Bäume hängt ein aus Weide geflochtenes Herz, es macht das Pochen des eigenen spürbar.
Ein vom Wind umgefegtes Zweirad sendet Alarmsignale, die bald wieder verstummen.
Zwei Nadelbäume vor den Mülltonnen sprechen vom Vergänglichsein, lehren mich augenblicklich da zu sein.
Prager Gartenstadt, 1. Jänner 2026
