Lebenslanges Lernen

Vom Umgang mit Demenz mit Hilfe der KI
Nach Rückkehr von einem zweiwöchigen Aufenthalt in Österreich höre ich über den ORF folgenden Beitrag: "Die KI, die tatsächlich etwas tut – so wird OpenClaw vorgestellt. Von Mails beantworten, über Restaurantreservierungen bis hin zum Buchen von Flügen – die Künstliche Intelligenz sorgt für Aufsehen und Schlagzeilen auf der ganzen Welt. Der Entwickler: der Oberösterreicher Peter Steinberger, der in Wien lebt." Über KI habe ich mich mit Martin Krusche, Archipel in Gleisdorf, unterhalten. Er trifft sich immer wieder mit Spezialisten, die mit der KI forschend arbeiten.

Um zu verstehen, zu lernen, muss ich konkret damit arbeiten. OpenClaw bietet auch die Hilfe bei dem Bau von Webseiten an. Meine 87jährige Mutter hat lange Kreuzworträtsel gelöst, seit die Demenz ihr Gedächtnis löscht, gelingt das zuweilen noch mit gutem Zureden. Mit Hilfe einer Freundin vor Ort, den Damen der Volkshilfe, den monatlichen Besuchen, den täglichen Telefonaten wollen wir es ihr ermöglichen, in ihrer Wohnung zu bleiben. Die letzten vier Jahre waren für sie und mich intensiv. Das Mutter-Tochter-Verhältnis wurde ersetzt von praktischen Hilfestellungen, der Übernahme der finanziellen, administrativen Verpflichtungen. Ein Kurs in Validation hilft mir, mich in ihre Lage zu versetzen, sie mitfühlend zu verstehen.
Wie wird es bei mir aussehen? Vor zwei Jahren hat die praktische Ärztin mit mir einen Demenztest gemacht. Ich achte auf Ernährung, Bewegung, Schlaf und versuche durch Lernen, mein Gehirn zu trainieren. Dazu gehört für mich nebst dem Lesen, mit der digitalen Technik zu arbeiten. Bei meiner Mutter steht am Küchentisch ein Wochenkalender, ich bitte sie jeden Morgen, den Kalender mit den Holzwürfeln einzustellen. In meinem digitalen Kalender sind die für sie wichtigen Termine eingetragen. Mein Handy ist mit den Kameras verbunden, die in der Küche und im Schlafzimmer meiner Mutter installiert sind. So kann ich vor jedem Anruf nachschauen, ob sie nicht gerade schläft. Vor drei Jahren hat sie sich tagsüber nie ausgeruht, jetzt ruht sie sich vormittags und nachmittags auf der Couch in der Küche aus.
Ich kaufe die Fahrkarten für Bahn und Bus mit dem Handy, das Bankkonto ist digital. Digitale Abos von Zeitschriften, da diese abrufbar sind, ob ich jetzt in Österreich unterwegs oder in Prag bin. Bis heute habe ich mit drei verschiedenen Systemen für Webseiten gearbeitet, heute kam einmal probeweise ein neues System hinzu, zeitzug.online. Ein Bot weist mich an, wie das Arbeiten mit dem neuen System von OpenClaw geht. Es ermutigt mich, das Lernen fortzusetzen.
KI lehrt mich, präzise Fragen zu stellen und die Validation mitfühlend zu antworten
Alternativ schreibe ich pro Woche zwei bis drei Briefe mit Tinte auf Papier. Ein guter Freund, den ich regelmäßig besuche, stellte mir die Frage: Wie schreibe ich ein Gedicht? Mit dem Ergebnis der KI war er nicht zufrieden. Während er kochte, verfasste ich für ihn diese Zeilen, handgeschrieben.
Glimmende Asche
drückt den Rauch
nach unten
in die durchfrostete Erde

Ein verwehrter Eingriff
bejaht den Körper
Arme versinken
ineinander
Flüchtiger Gedankenrausch
drängt den Atem
zu kürzeren Zügen
gleitet hinein die Nacht
zum nächsten Morgen
Prager Gartenstadt, 5. Februar 2026
Milena Findeis